Writer Profile: callisto24 |
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An Excerpt from Illusion
Int. - Verkaufsraum Juwelier - Nacht SAMUEL (schmal, klein, blond bis grau) kniet neben der leblosen Gestalt KIPS (größer, dunkle Haare), die blutüberströmt am Boden liegt. Nach einem Moment des Schocks beugt er sich über den Jüngeren und zieht ihn an sich. SAMUEL (schluchzend) Nein, bitte... Sirenen, quietschende Bremsen sind zu hören. Uniformierte Männer in Schutzanzügen stürmen den Raum, zerren Samuel von seinem verstorbenen Freund fort. SAMUEL Bitte nicht... Szenenwechsel Int. - Samuels Schlafzimmer - Tag Samuel fährt aus dem Schlaf. Schweißgebadet, mit weit aufgerissenen Augen starrt er in die Dunkelheit, die nur durch das spärlich die Lücken zwischen den geschlossenen Rollläden durchdringende Licht erhellt wird.Fluchend und stöhnend quält er sich hoch, fährt sich durch das verwirrte Haar. SAMUEL (sich unsicher durch das Zimmer bewegend, nach dem Lichtschalter tastend) Verdammte Alpträume! Elektrisches Licht flammt auf, eröffnet den Blick auf eine kleine, schlampig eingerichtete Wohnung. Schmutzige Gläser, leere Flaschen bedecken beinahe jede mögliche Abstellfläche zusammen mit fleckigen Kaffeebechern und leeren Papiertüten. Unordentlich verteilte Kleidung, zerbrochene CD Hüllen, Staubschichten und Kartons in den Ecken vervollständigen den Eindruck der Verwahrlosung. Samuel bewegt sich auf die überfüllte Kochnische zu und setzt die Kaffeemaschine in Gang. Sich zwischendurch müde das Gesicht reibend versucht er vergeblich ein wenig Platz zu schaffen. Aus dem Nebenraum tritt Kip, ohne dass Samuel ihn bemerkt. KIP Morgen, oder sollte ich sagen Abend? Samuel zuckt zusammen, fasst sich jedoch sofort wieder, sobald er Kips Stimme erkennt. SAMUEL Kip, Menschenskind. Ich bekomme noch mal einen Herzinfarkt. KIP (breit grinsend) Ich weiß, wovon du geträumt hast. SAMUEL Lass mich in Ruhe damit. Ich hab keinen Bock auf sowas. KIP (tadelnd den Kopf schüttelnd) Darauf hast du nie Lust. Deshalb verfolgt es dich. SAMUEL (ärgerlich) Verschwinde! Er stützt sich mit den Armen schwer auf die Kochfläche, schließt die Augen, bevor er sich mit einem Ruck umdreht, Kip prüfend mustert. SAMUEL Wenn du nur endlich damit aufhören würdest, mich heimzusuchen... KIP (grinst wieder) War das rhetorisch gemeint? Dir ist doch klar, dass du mich brauchst? SAMUEL (trocken) Ganz genau. So wie jeder einen unsichtbaren Freund braucht, der zu den unpassendsten Augenblicken erscheint und an dem eigenen, gesunden Menschenverstand zweifeln lässt. KIP (verächtlich mit der Zunge schnalzend) Ich bin ein Geist und kein unsichtbarer Freund. Ich dachte, soweit wären wir uns mittlerweile einig geworden. SAMUEL (abwehrend) Es gibt keine Geister, also hör auf mit dem Unsinn.
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